Artenreiche Trockenwiesen

In den Hanglagen, dort wo der Boden steiniger und trockener ist, lohnte für die Bauern früher nur die Wiesennutzung. Nur zweimal im Jahr war die Mahd möglich. Einmal im späten Frühjahr und ein zweites Mal im Hochsommer mähte man das trockene Gras. Beim herunterrechen half die Schwerkraft mit.

Durch diese traditionelle Nutzung entstanden mit der Zeit die wohl schönsten und artenreichsten Lebensräume unserer Landschaft: die trockenen Mähwiesen. Der Botaniker spricht auch von einer Salbei-Glatthafer-Wiese wegen den charakteristischen Pflanzen, dem blau blühenden Wiesen-Salbei und dem hochwüchsigen Glatthafer. Daneben finden wir einen ganzen Strauß an bunten Blumen wie der Wiesen-Margerite, der Karthäuser-Nelke, der Glockenblume und vieler weiterer. Auf den artenreichsten Wiesen wie dem Kapellenberg bei Babensham oder den Wiesen bei Kaiserschneider finden wir über 50 verschiedene Pflanzenarten auf kleinster Fläche.

Wiesen-Salbei

Der heimische Wiesen-Salbei wächst gerne an trockenen und sonnigen Hängen. Seine Blütenpracht ist vor allem beliebt bei Hummeln.

 

Karthäusernelke

Kartäusernelken blühen von Juni bis September. Ihre leuchtend rote Farbe zieht nicht nur Insekten an. Mönche und Nonnen nutzten die Nelke früher zu Heilzwecken.

 

An der Pflanzenvielfalt erfreuen sich aber auch viele Insekten. So finden Wildbienen und Schmetterlinge hier ihren Nektar. Heuschrecken springen durch das lichte Gras und Hummeln graben Erdhöhlen in den lockeren Boden.

Schachbrettfalter

Der Name des Schmetterlings leitet sich von dem schwarz-weißen Flügelmuster ab. Der Schachbrettfalter lebt gesellig in größeren Gruppen. Die Raupen fressen an den Wiesengräsern.

 

Feldgrille

Der charakteristische Gesang ertönt von Mai bis Juli. In den trockenen Boden graben sie ihre Erdhöhlen. Feldgrillen ernähren sich hauptsächlich von Blättern und Wurzeln, aber auch von kleinen Bodentieren.

 

In den vergangenen Jahren sind die Blumenwiesen aber immer seltener geworden. In Vielschnittwiesen mit hohen Düngerbeigaben haben Pflanzen und Tiere nicht mehr ausreichend Zeit sich zu entwickeln. Anderseits schadet aber auch die Nutzungsaufgabe oder das Mulchen einer Fläche, da sich ein dichter Grasfilz bildet. Die Blumen und die Insekten werden verdrängt. Erst durch die richtige Mischung zwischen „nicht zu viel“ und „nicht zu wenig“ entstehen die bunten Blumenwiesen.