Hochmoore

Hochmoore bilden sich im Gegensatz zu Nieder-bzw. Flachmooren nicht in Senken oder Mulden mit Verbindung zum Grundwasser, sondern durch Torfbildung. Dies lässt sie regelrecht in die Höhe wachsen. Hochmoore sind von starkem Niederschlag abhängig. Sie treten nur dort auf, wo die Niederschläge die Verdunstung und den Wasserabfluss überwiegen. Deshalb nennt man sie auch Regenmoore. Durch die fehlende Verbindung zu mineralreichem Grundwasser sind Hochmoore sehr nährstoffarm. Der Entzug der wenigen Nährstoffe durch Torfmoose senkt zusätzlich den pH-Wert und macht sie sauer. Somit entstehen extreme Lebensräume in denen nur Lebewesen überleben, die sich an diese widrigen Lebensumstände angepasst haben. Das macht sie zu Hotspots für seltene, hochspezialisierte Arten. In Toteiskesseln können Hochmoore, je nach Bodenbeschaffenheit und -morphologie, entweder durch angestautes Regenwasser oder über Jahrtausende der Torfbildung aus Niedermooren entstehen.

Sonnentau

In Bayern gibt es nur drei Sonnentauarten, welche zu den wenigen, hier vorkommenden Fleischfressenden Pflanzen gehören. Da der Sonnentau ausschließlich in Moorlandschaften vorkommt und diese meist sehr nährstoffarm sind, behilft sich die Pflanze, in dem sie mit klebrigem Sekret benetzte Tentakel an ihren Blättern ausbildet, um damit Fliegen und andere Insekten zu fangen. Damit kann sie vor allem Stickstoff gewinnen, der wichtig für die Photosynthese, aber im Boden kaum vorhanden ist.

 

Arktische Smaragdlibelle

Als eine der spezialisiertesten Moorarten überhaupt ist die arktische Smaragdlibelle auf einen intakten Lebensraum angewiesen. Selbst kleinste Wasserstellen im Hochmoor reichen dieser Art für ihre Fortpflanzung aus. Besonders wichtig ist hierbei allerdings der Schwingrasen, eine auf dem Wasser schwimmende Pflanzendecke aus Moosen, Seggen und anderen Pflanzen. Diesen benötigen die Larven als Lebensraum, bevor sie sich als adulte Libellen in die Lüfte begeben. Durch den starken Rückgang dieser Lebensräume ist die arktische Smaragdlibelle vom Aussterben bedroht.

 

Hochmoor-Perlmuttfalter

Der Hochmoor-Perlmuttfalter ist spezialisiert auf intakte, nährstoffarme Hoch- und Zwischenmoore, weil die Raupen auf Futterpflanzen angewiesen sind, die nur dort wachsen. Dazu gehört vor allem die Moosbeere. Andererseits benötigen die ausgewachsenen Falter aber blütenreiche Wiesen im Umfeld zur Nahrungsaufnahme. Durch seine Anwesenheit oder sein Fehlen zeigt der Hochmoor-Perlmuttfalter an, ob seine Lebensräume noch in ausreichendem Maße vernetzt sind. Leider gehen seine Bestände bayernweit zurück und er ist vom Aussterben bedroht.