Streuwiesen

Streuwiesen gäbe es ohne den Menschen nicht. Ihr Name bezieht sich auf die historische Nutzung des Mähgutes dieser Flächen. Nach einmaliger Mahd im Herbst wurde dieses nämlich als Einstreu für Nutztiere in den Ställen verwendet. Streuwiesen entstanden dort, wo Ackerbau auf Grund der nassen Bodenverhältnisse nicht möglich war, also meist in den Talsenken, Bachauen und in Toteiskessel. Auf Grund der Jahrhunderte langen, extensiven Nutzung dieser Flächen und ihrer Nährstoffarmut, vor allem im Vergleich zu gedüngten landwirtschaftlichen Flächen, konnten sich Streuwiesen zu einer der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas entwickeln. Häufig kommen bis zu 70 verschiedene Pflanzenarten pro Quadratmeter vor. Darunter befinden sich viele sehr seltene Arten und einige, die ausschließlich hier zu finden sind.

Wiesen-Iris

Die Wiesen-Iris oder auch sibirische Schwertlilie ist eine Blütenpflanze der feuchten Wiesen, die von Europa bis Sibirien zu finden ist. Charakteristisch für diese Art sind die bläulichen, bis purpurfarbenen Blüten, die bis zu einem Meter aus dem Boden ragen. Früher prägten diese farbenfrohen Blumen die Streuwiesen und Niedermoore des Alpenvorlandes in Bayern. Heute sind sie durch die Trockenlegung und Zerstörung ihres Lebensraumes vom Aussterben bedroht und daher kaum noch anzutreffen.

Sumpfschrecke

Die Sumpfschrecke ist eine mittelgroße Heuschreckenart, die in Feucht,-Nass und Streuwiesen zuhause ist. Dank ihrer guten Flugfähigkeit ist es ihr möglich, auch größere Distanzen zurückzulegen um neue Lebensräume zu erschließen. Allerdings gibt es immer weniger solcher extensiv genutzten, nassen Wiesen. Sie reagiert sehr sensibel, wenn die Flächen zu oft gemäht werden oder verbuschen. Der Bestand der Art ist rückläufig.